Home » Blog » Ernährung » Ketogene Süßstoffe – Die bittere Wahrheit!
Ketogene Süßstoffe

Ketogene Süßstoffe – Die bittere Wahrheit!

Wenn du dich ketogen ernähren möchtest, fragst du dich vielleicht, ob du einfach den Zucker durch Süßstoff ersetzen kannst. Und wenn du den Titel gelesen hast, erahnst du die Antwort vielleicht schon. Es gibt keine ketogenen Süßstoffe.

Studien belegen, dass alle kalorienfreien Süßstoffe, sei es Stevia, Xylit oder eines der vielen anderen, die Darmflora zerstören. Süßstoffe verändern in deinem Darm die Bakterienzusammensetzung. Sie ziehen dann mehr aus der Nahrung heraus, dass du auch mit weniger Nahrung zunehmen kannst.

Es gibt keine Diätform, in der offiziell Süßstoffe zum Abnehmen empfohlen werden, das hat seinen Grund. Außerdem wird der Stoffwechsel auf den Kopf gestellt und das kann dich dauerhaft krankmachen.

Studien bei Zellversuchen und mit Ratten haben ergeben, dass schon geringste Mengen Süßstoffe ausreichen, um die Zusammensetzung der Bakterien zu verändern. Zudem dauert es unverhältnismäßig lange, bis sich die Darmflora wieder von den Süßstoffen erholt hat, wenn du sie nicht mehr zu dir nimmst.

Das solltest du einfach wissen, wenn du vorher relativ viel Zucker konsumiert hast und denkst, dass du ihn einfach weiter in großen Mengen durch "ketogene Süßstoffe" ersetzen kannst.

Weitere Nachteile beim Gebrauch von "ketogenen Süßstoffen"

  • Menschen, die häufig künstlich gesüßte Getränke zu sich nehmen, bekommen laut einer veröffentlichten Untersuchung der Framingham-Studie dreimal mehr Schlaganfälle und Demenzerkrankungen.
  • Seitdem Süßstoff auf dem Markt erhältlich ist und in vielen Lebensmitteln verarbeitet wird, gingen die Zahlen der metabolischen Erkrankungen und Typ-2-Diabetes nicht zurück. Im Gegenteil, sie sind gestiegen.
  • Süßstoff kann appetitanregend wirken. Bei Tierstudien haben Ratten, in deren Trinkwasser künstliche Süßstoffe enthalten waren, schneller zugenommen als Ratten, die keinen Süßstoff erhielten.
  • Süßstofe verändern die Geschmackswahrnehmung, weil Süßstoffe eine viel höhere Süßkraft haben, als normaler Zucker. Kinder, die Süßstoffe bekommen, nehmen natürliche Fruchtsüße nicht mehr wahr, was dazu führt, dass sie kein frisches Obst essen wollen. Die verfälschte Wahrnehmung kann aber wieder korrigiert werden, wenn Süßstoffe vermieden werden.

Wie schädlich ist Süßstoff oder welcher Süßstoff ist unbedenklich?

Die bisher veröffentlichten Studien und Untersuchungen geben Hinweise darauf, dass Süßstoff im Gegensatz zum Haushaltszucker nicht unbedingt gesünder ist. Allerdings kamen unterschiedliche Studien zu verschiedenen Ergebnissen. Offiziell gelten alle im Handel erhältlichen Süßstoffe als gesundheitlich unbedenklich, weil das Gegenteil bisher noch nicht ausreichend bewiesen werden konnte.

Die Zahl der klinischen Studien ist im Angesicht der Zeit, die es Süßstoffe gibt und der weltweiten Bevölkerung, die sie konsumiert, gering. Gerade, was die Langzeitauswirkungen von Süßstoffen betrifft.

Immerhin haben einige Veröffentlichungen dazu geführt, dass die Auswirkungen von Süßstoff zumindest rege diskutiert und hinterfragt werden.

Was ist gesünder

Zucker oder Süßstoff? Weder das eine noch das andere. Du brauchst keinen Zucker. Das Gehirn will dir zwar etwas anderes weismachen, weil Zucker die schnellste und bequemste Energiequelle für den Körper ist. Wenn du aber ein paar Wochen ganz auf Zucker verzichtet hast, merkst du die positiven Veränderungen.

Süßstoff enthält zwar keinen Zucker, täuscht aber vor, welcher zu sein. Was wiederum auch seine Konsequenzen mit sich bringt. Teilweise offensichtlich und teilweise wissen wir noch nicht sicher, welche negativen Konsequenzen beim Konsum von ketogenen Süßstoffen auf uns zukommen könnten.

Was ist der beste Zuckerersatz?

Am besten ist es, wenn du gar nicht erst versuchst, die Zuckersucht zu befriedigen. Im Internet stößt man in Foren, die sich mit Low Carb oder der ketogenen Ernährung auseinandersetzen, sehr oft auf ein bestimmtes Thema, welches gerade Anfänger sehr zu beschäftigen scheint: Wie befriedige ich ohne Mehl und Zucker die Zuckersucht?

Natürlich schreibt es niemand so, aber genauso könnte derjenige es schreiben, denn um nichts anderes geht es dabei. Es ist wie in veganen Foren, in denen Anfänger versuchen, ein veganes Schnitzel nachzubauen. Die Sehnsucht nach dem, auf was man doch eigentlich bewusst verzichten will.

Mittlerweile gibt es zig Rezepte zu finden, mit denen backen ohne Zucker und Süßstoff kein Problem ist. Sehr beliebt sind auch Kuchen ohne Mehl und Zucker und Dessert ohne Zucker und Kohlenhydrate. Es gibt teilweise gute Alternativen, aber auf der anderen Seite auch wirklich abenteuerliche Experimente, was das Nacheifern von Süßigkeiten, Brot und Co angeht.

Probiere einfach selber aus, was dir schmecken könnte und gleichzeitig ohne Zuckerersatz auskommt und zudem noch Keto-konform ist. Aber tue dir selber einen Gefallen und mache es nicht mit dem Vorsatz, damit irgendwie deine Zuckersucht zu befriedigen.

Fazit:

Versuche, weitestgehend auf Süßstoff zu verzichten. Wenn du mal ein- oder zweimal im Monat eine Ausnahme machst, beobachte, ob du Veränderungen bemerkst. Es wird dich wahrscheinlich nicht dauerhaft krank machen, wenn du bei Ausnahmen Süßstoff benutzt.

Aber er sollte keinesfalls deinen vorherigen Zuckerkonsum ersetzen. Bei der ketogenen Diät ist auch ein Ziel, sich von der Zuckersucht zu befreien und nicht, sie zu ersetzen und dem Körper vorzugaukeln, seine Zuckersucht zu befriedigen.

Meiner Meinung nach gibt es keine ketogenen Süßstoffe, weil Zucker und Zuckerersatz nichts in dieser Ernährungsform zu suchen haben und deine Zuckersucht am Leben erhalten. Ich denke, dafür braucht es keine Studien. Wenn du dich schon eine Zeit lang ketogen ernährst, rate ich eher zu echtem Zucker oder Honig bei einer Cheatmahlzeit.

Weitere interessante Beiträge findest du hier.

Facebook Kommentare

2 comments

  1. Cheatmahlzeit finde ich deswegen interessant, weil ich ausgerechnet in einem Blog, der unfassbar viele Rezepte mit ketogenen Süßstoffen enthält, die Aussage fand, dass Cheatdays oder Cheatmahlzeiten keinen Sinn machen, da man sich ja von bestimmten Lebensmitteln befreien will und es komisch wäre, das zu essen, was man eigentlich als ungesund ausschließen konnte. Dasselbe könnte man aber doch nun auch über Zuckerersatzstoffe sagen wie oben beschrieben. Ich persönlich habe ein ungutes Gefühl dabei, einfach so zu essen wie vorher und viel Zuckerersatzstoffe zu verwenden um weiterhin Kuchen und Co essen zu können. Da erscheint es mir persönlich logischer, einfach viel weniger, aber natürlichen Zucker aus Lebensmitteln zu verwenden und sich an weniger süße Dinge zu gewöhnen. Ich würde intuitiv eher mal eine halbe Banane essen, als einen offiziell ketogenen Kuchen mit Süßstoff. Aber was genau hat es wieder damit auf sich, dass man Cheatdays laut manchen Bloggern so verzweifelt meiden soll? Kohlenhydrate sind ja nicht zwangsläufig der Feind, solange der Fettstoffwechsel wieder funktioniert und sie nicht zum Standard werden? Oder kann eine Cheatmahlzeit dauerhaft die Ketose versauen?

    • Hallo Maha. Entschuldige die verspätete Antwort auf deine Frage.

      Man soll keine Cheatdays meiden. Im Gegenteil, man sollte mindestens einmal im Monat 1-3 Tage lang wieder mehr Kohlenhydrate zu sich nehmen, um von dem Fettstoffwechsel wieder in den Kohlenhydratstoffwechsel zu wechseln. Die Ketose leitet einen Reinigungsprozess ein, der vor allem in Kombination mit intermittierendem Fasten den Körper von alten Zellen und schadhaften Geweben befreit. Während der Ketose läuft der Reparatur und Wachstumsprozess verlangsamt ab. Erst, wenn von der Ketose wieder in den Zuckerstoffwechsel gewechselt wird, beginnt der Aufbau und die Reparatur neuer, gesunder Zellen. Man spricht hier auch von einer “Refeeding-Phase”. Aus meiner Sicht ist diese notwendig. Zudem sollten immer beide Stoffwechselwege aufrecht erhalten werden. Denn der Körper kann auch “verlernen” Kohlenhydrate richtig zu verstoffwechseln, wenn man zu strikt darauf verzichtet. Beim Abnehmen kann es durchaus sein, dass ein Plateau nach dem Wechsel plötzlich durchbrochen wird.

      Betreffend des Süssstoffes bin ich deiner Meinung. Man sollte keine Zuckerersatz- oder Zuckeraustauschstoffe verwenden. Dies ist nicht nur wegen der Aufrechterhaltung der Zuckersucht. Die neuesten Untersuchungen zeigen, dass sich mit kalorienfreien oder kalorienarmen Süssstoffen die Darmbakterien negativ verändern. Dies kann auch zu einer Insulinresistenz und Diabetes führen.

      Wichtig bei der Refeeding-Phase (Cheatdays) ist die Wahl guter Kohlenhydrate. Zucker und Getreidemehle (vor allem Weissmehl) sollten gemieden werden. Grundsätzlich sollten keine Lebensmittel mit einer hohen glykämischen Last konsumiert werden.

      Als gute Kohlenhydrate gelten Wurzelgemüse (Kartoffeln, Süsskartoffeln, Pastinaken), Früchte und Hülsenfrüchte.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

x

Check Also

Zwischen Low Carb und Keto wechseln

Kann man zwischen Low Carb und Keto wechseln?

So manch einer fing mit einer Low Carb Diät an, weil er sich bewusster und ...

Kohlenhydrate pro Tag

Wie viele Kohlenhydrate pro Tag sind wirklich erlaubt bei der Keto Diät?

Neben dem Fett spielt die Menge der Kohlenhydrate, die du zu dir nehmen darfst, die ...

Ketogene Fettbomben - Der Supertreibstoff

Ketogene Fettbomben – Der Supertreibstoff!

Ketogene Fettbomben sind kleine Snacks, die zu 90 % aus Fett bestehen. Sie können als ...

Kohlenhydrate tracken bei der Keto Diät - So geht's

Kohlenhydrate tracken bei der Keto Diät? – So geht’s

Inhaltsverzeichnis1 Was bedeutet tracken?2 So funktioniert eine App zum Berechnen von Kohlenhydraten3 Die besten Ernährungs ...

Keto Fast Food - Gibt es das

Keto Fast Food – Gibt es das?

Warst du vor deiner ketogenen Diät gerne das ein oder andere Mal im Fast Food ...

Datenschutz
Ganzheitliche Gesundheit A. Schmidt, Besitzer: Andreas Schmidt (Firmensitz: Schweiz), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.
Datenschutz
Ganzheitliche Gesundheit A. Schmidt, Besitzer: Andreas Schmidt (Firmensitz: Schweiz), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.